Wird ein Nachfolger gesucht in deutschen Mittelstands-Unternehmen, ist es häufig in einem sehr späten Stadium. Nicht selten spielen dabei die Gesundheit des Unternehmers oder die sich rasant weiterentwickelnde Technik eine tragende Rolle für den Veränderungswunsch. Doch häufig wird dieser Schritt viel zu spät angegangen – und dann zusätzlich ohne eine professionelle Begleitung.

Hausaufgaben machen, bevor Sie Nachfolger gesucht in die Anzeige schreiben

Die Zeit ist vermutlich das wichtigste Gut eines jeden Unternehmers. Die Zeit richtig zu verwenden ist gleichzeitig die größte Herausforderung, da der Tisch mit 100 Triple-A-Prioritäten voll liegt. Hier gilt es für die Suche nach dem Nachfolger entsprechend aufzuräumen und für eine geordnete Struktur zu sorgen. Um eine Nachfolgeregelung zu finden, ist es also notwendig das Unternehmen auf Vordermann zu bringen.

#1 Der Anlass zur Nachfolge muss konsequent verfolgt werden

Das Thema der Unternehmensnachfolge ist vielfach wenig attraktiv. Insofern ist es dringend notwendig, dass die reine Absicht dazu auch für den Unternehmer ein wichtiges Projekt wird. Die reine Absichtserklärung hilft dabei nicht weiter.

Vielmehr ist es wichtig an der Stelle den notwendigen Rahmen abzustecken und die Ressourcen zu planen. Liegt beispielsweise eine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, ist es unmöglich den Prozess im üblichen Rahmen anzugehen. Hier ist es angebracht und absolut notwendig sich entsprechende Hilfe durch einen externen Coach und Begleiter zu holen, der objektiv die Interessen des Unternehmens bei der Regelung vertritt.

#2 Planen Sie Zeit ein und nutzen Sie diese

Mit dem Alltag des Unternehmers und auch aller Mitarbeiter gibt es immer wieder Prozesse und Strukturen, die sich einschleichen. Gemütlichkeit, fremde Interesse oder auch Freundschaftsgeschäfte mögen komfortabel sein, führen aber zu einer Abwertung des Verkaufspreises.

Mit der Unterscheidung die Unternehmensnachfolger zu organisieren ist es auch notwendig eine Struktur zu schaffen, die später präsentationsfähig ist. Richtet man sich hier nach der Literatur, sollte der grobe Gedanke für die Nachfolgeregelung rund 10 Jahre vor dem Ereignis angegangen werden. Ein Konzept sollte dabei arbeitet werden und jährlich aktualisiert werden. Dieser Plan gehört in die Schublade und muss dann zum Vorschein kommen, wenn sich die Rahmenbedingungen drastisch ändern.

In einem üblichen Verlauf schlägt die Literatur an der Stelle einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren, in denen der Nachfolger gesucht und ausgebildet werden sollte. Um diese final überzeugen zu können ist es aber notwendig das Unternehmen so attraktiv zu gestalten wie möglich, dabei der Nachfolger an den Haken geht.

Wird ein Nachfolger gesucht, müssen Sie das Unternehmen vorher raus gekehrt haben

In jeder Bewertung werden der Unternehmenswert sowie seine entsprechenden Assets eine wichtige Rolle spielen. Hierbei interessieren sich potenzielle Interessenten für die Jahresverläufe. Bei der Optimierung der eigenen Bilanz sollten der Unternehmer also mindestens zwei, eher sogar drei Jahre einplanen. So können die Effekte gehoben und in der Bilanz dargestellt werden.

Zudem schafft die Verbesserung der Zahlen zugleich einen steigenden Unternehmenswert und einen positiven Verlauf, was entsprechend attraktiv bei der Bewertung ins Auge fällt.

#3 Nachfolger gesucht von intern und extern

Die beste Lösung ist niemals die Erstbeste. Insofern gilt es hier für den Unternehmer sich entsprechende Optionen zu erarbeiten, um daraus die beste auswählen zu können. Auch wenn die interne Lösung so logisch und attraktiv erscheint, kann der Unternehmer sich an der Stelle nicht vor der Verantwortung drücken.

Im ersten Moment erscheint es zwar als besonders zeitsparend und geschickt. Der nächste Moment jedoch zeigt dann, dass der Unternehmer das volle Risiko auf eine Karte setzt. Insofern muss der Nachfolger gesucht werden – in allen Bereichen, die dazu infrage kommen.

Dabei gilt es nicht nur zu bewerten, ob dieser Nachfolger auch den fachlichen Kompetenzen gewachsen ist. Diese können im Zweifel erlernt und erweitert werden. Vor allem muss der Nachfolger zum Spirit des Unternehmens passen. Der Aufbau des Nachfolgers erfordert viel Zeit und auch mitunter Geld, sodass es sich kein Unternehmer an der Stelle leisten kann die soziale Kompetenz außerhalb der Betrachtung zu lassen.

#4 Veränderung bedeutet Unsicherheit

Das Ausscheiden des Unternehmers aus der Organisation sorgt immer für einen entsprechenden Kompetenzverlust. Es gilt hier, dass ein Nachfolger gesucht werden muss, der diesen Verlust kompensieren kann. Je nachdem in welchem Verhältnis der Unternehmer an der Stelle zum Nachfolger steht, sollte hier unbedingt externe Hilfe von einem Coach in Anspruch genommen.

Die wird zu Wahrung der Unternehmensinteresse eingesetzt und soll den Austritt und die Übernahme so erarbeiten, dass dieser zu keinem Schaden am Unternehmen führt. Insofern ist es hier unter anderem die Aufgabe das Wissen des Unternehmers frühzeitig zu kompensieren durch geeignete Maßnahmen. Das kann mitunter das Erlernen neuer Fähigkeiten sein, aber auch die einfache Vorstellung bei Kunden.

Der Change erschüttert das ganze Unternehmen

Es wäre falsch an der Stelle zu glauben, dass sich nur der Chef ändert und alles bleibt beim Alten. Eine neue Führung bedeutet auch immer eine entsprechende Veränderung, die Chancen und Risiken birgt.

Einerseits können jetzt genau die Dinge umgesetzt werden, die vorher unmöglich waren. Andererseits jedoch hat jeder Nachfolger einen ganz eigenen Stil, an den sich das Unternehmen und seine Mitarbeiter erst gewöhnen müssen. Es gilt her also entsprechende Schlüsselfiguren im Unternehmen in die Nachfolge einzubinden, damit diese den Moment der Unsicherheit nicht als Bedrohung wahrnehmen und das Unternehmen verlassen.
Der Aufbau eines kompetenten und schlagkräftigen Teams ist unerlässlich, wenn das große Projekt der Unternehmensnachfolge geordnet bewältigt werden soll. Speziell Coaches, die für diese Aufgaben ausgebildet sind, können hier mit ihrer fachlichen Expertisen und ihren Erfahrungswerten unbezahlbare Vorteile für das Unternehmen liefern.

#5 Die Mitarbeiter einbinden, wenn ein Nachfolger gesucht wird

Ein funktionierendes Unternehmen an einen Nachfolger zu übergeben beinhaltet immer ein entsprechendes Risiko. Dieses besteht vor allem darin, dass sich Mitarbeiter übergangen, zu wenig eingebunden oder zu spät informiert fühlen. Alle diese Gründe führen zu einer gewissen Demotivation.

An dieser Stelle frühzeitig in die Kommunikation zu gehen mag ungewohnt und vielleicht auch unsinnig erscheinen. Es ist allerdings notwendig um den Betriebsfrieden zu halten und für eine klare Sachlage zu sorgen. Die offene Kommunikation führt an der Stelle zudem dazu, dass sich Mitarbeiter aktiv einbringen und unterstützen können, was helfend sein kann.

Der Unternehmer muss die Führungsmannschaft ins Vertrauen ziehen

„Sprechenden Menschen kann geholfen werden“ – so heißt es spruchweise. Offenheit, Klarheit und Struktur helfen jedoch immer ein Gefüge beieinander zu behalten. Das sorgt für Sicherheit für die Mitarbeiter.

Insofern ist es die erste Aufgabe die Führungsmannschaft des Unternehmens zuerst in die Pläne einzuweihen und das Vorgehen zu erläutern. Sobald es angebracht erscheint sollten auch alle anderen Mitarbeiter informiert werden. So sorgt der Unternehmer für ein klares Statement, dass die Zukunft für die Mitarbeiter entsprechend sicher gestaltet.

Wer einen Plan hat, kann sich der Herausforderung stellen, wenn der Nachfolger gesucht werden soll

Schon in der Schule war es immer notwendig die Hausaufgaben zu machen. Ohne dabei nun über das Schulsystem oder den Sinn von Hausgaben sprechen zu wollen, bereitet diese Arbeit jedoch immer den nächsten Schritt in der Schule vor. Wer sie nicht vorlegen kann, hat ein Problem.

Ähnlich es bei der Nachfolgeregelung. Hier ist es wichtig zuerst das Unternehmen entsprechend auf Vordermann zu bringen, sodass ein zukünftiger Nachfolger als performantes, attraktives Unternehmen vorfindet. So steigt einerseits der Preis bei einer Veräußerung oder auch andererseits das Interesse des Marktes an der Position des Unternehmers.